Nachhaltigkeit und CSR

Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung

„In herausfordernden Zeiten zeigt sich der Wert eines stabilen Netzwerks

2026 feiert die Spielwarenmesse 75 Jahre Bestehen – und ebenso lange ist die Branchenmesse mit Nürnberg verbunden. Für Christian Ulrich, Sprecher der Geschäftsführung, liegt genau in dieser gewachsenen Verwurzelung ein zentraler Erfolgs- und Resilienzfaktor.

Christian Ulrich, Vorstandssprecher der Spielwarenmesse Group

© Spielwarenmesse eG | Ingmar Wein

Nürnberg und die Spielwarenmesse sind seit 75 Jahren eng miteinander verbunden. Was macht diese besondere Verankerung in der Stadt aus – und ist sie bis heute ein Erfolgsfaktor für die Messe?

Nürnberg kann auf eine jahrhundertealte Tradition als Spielzeugstadt zurückblicken. Dies war einer der Gründe, warum sie 1950 als Standort für die Spielwarenmesse ausgewählt wurde. Dank Institutionen wie dem Spielzeugmuseum und dem Haus des Spiels mit dem Deutschen Spielearchiv ist die Spielkultur stark in der Stadt verwurzelt. Außerdem ist die große Gastfreundschaft der Bürgerinnen und Bürger hervorzuheben, die von der ersten Ausgabe an gegeben war und noch immer für ein besonderes Flair sorgt. Dieses Zusammenspiel aus Tradition und Offenheit, gepaart mit dem hohen Ansehen der Stadt als Messestandort, schafft ideale Rahmenbedingungen.

© Spielwarenmesse eG | Heiko Stahl

© Spielwarenmesse eG | Heiko Stahl

Die Spielwarenmesse wirkt weit über die Messehallen hinaus. Welche Rolle spielen Stadt, Hotellerie, Gastronomie und Öffentlichkeit für das Gesamterlebnis?

Die Infrastruktur spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle für das Erlebnis. Während der Spielwarenmesse ist in ganz Nürnberg der „Spirit of Playspürbar – auch dank der rund 300 Flaggen mit unserem Schaukelpferd-Logo, die im Zentrum zu sehen sind, oder dem exklusiven Toy-Coctail, der in ausgewählten Bars ausgeschenkt wird. Anlässlich unseres Jubiläums in diesem Jahr haben wir mit der Nürnberger Kaiserburg und dem Frauentorturm zudem erstmals zwei Wahrzeichen im Spielwarenmesse-Rot illuminieren lassen. All das sorgt dafür, dass sich die Messeteilnehmenden willkommen fühlen und sowohl die Spielwarenmesse als auch Nürnberg in positiver Erinnerung behalten.

Krisen wie Pandemie, geopolitische Spannungen oder wirtschaftliche Unsicherheiten haben der Messewirtschaft zuletzt viel abverlangt. Inwiefern stärkt die tiefe Verankerung in Nürnberg die Widerstandsfähigkeit der Spielwarenmesse und des Veranstalters?

Gerade in herausfordernden Zeiten zeigt sich der Wert eines stabilen Netzwerks. Wir pflegen das ganze Jahr über einen engen Austausch mit der NürnbergMesse als Geländebetreiber, der Stadtspitze sowie lokalen Partnern und Institutionen. Diese gewachsenen Strukturen ermöglichen es uns, gemeinsam bestmögliche Lösungen zu entwickeln. Damit wird nicht nur die Widerstandsfähigkeit der Spielwarenmesse gestärkt. Von der partnerschaftlichen Zusammenarbeit profitiert der Messestandort Nürnberg auch als Ganzes.

© Spielwarenmesse eG | Alex Schelbert

© Spielwarenmesse eG | Alex Schelbert

Kann die Spielwarenmesse heute noch isoliert als Gast- und Fachmesse gedacht werden – oder wird das Zusammenspiel mit der Stadt zunehmend zu einem Wettbewerbsvorteil im internationalen Messevergleich?

Im Zentrum jeder erfolgreichen Messe stehen weiterhin starke Inhalte, relevante Aussteller und fachlicher Austausch. Doch auch Infrastruktur, Erreichbarkeit und das Zusammenspiel mit der Stadt werden zunehmend zu einem Wettbewerbsvorteil. Die historische Altstadt bietet mit ihren Museen, Sehenswürdigkeiten und einem breiten Angebot an Restaurants sowie Bars ein perfektes Rahmenprogramm für Messegäste. Damit nimmt Nürnberg als Messe- und Kongressstandort europaweit eine attraktive Position ein. Auch diese Standortfaktoren tragen dazu bei, dass die Spielwarenmesse nach über sieben Jahrzehnten noch immer der Place to be der Branche ist.

Welche Rolle wird Nürnberg künftig für die Weiterentwicklung der Spielwarenmesse spielen und was bedeutet das Jubiläum für Ihre Strategie, Messe, Stadt und Community noch enger miteinander zu verbinden?

In unseren Überlegungen zur Weiterentwicklung der Spielwarenmesse wird die Stadt auch künftig eine wichtige Rolle einnehmen. Unser Ziel ist es, den Erlebnischarakter für die Community aus aller Welt auch über die Messehallen hinaus weiter zu stärken. Dazu gehören alle branchenrelevanten Aktivitäten in der Toy-City, für die wir auch künftig eng mit den Akteuren zusammenarbeiten.

Die Fragen stellte Anne Böhl, Managerin Media im AUMA.

Christian Ulrich (Jahrgang 1966) ist Sprecher des Vorstands der Spielwarenmesse eG in Nürnberg und verantwortet in dieser Funktion insbesondere Marketing, Unternehmenskommunikation sowie die Entwicklung neuer Geschäftsfelder. Seit Juli 2021 gehört er dem dreiköpfigen Vorstand an und prägt gemeinsam mit seinen Kollegen die strategische Weiterentwicklung der internationalen Messegesellschaft.